Alternativen zum BAföG

Durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz soll die Chancengleichheit im Bildungssektor gestärkt werden, indem allen Menschen das Studium ermöglicht werden soll. Allerdings ist dieses Ziel in der Praxis mit einigen Herausforderungen verbunden. Nicht alle Antragssteller erhalten ausreichend BAföG, sodass ihnen ein Studium aufgrund fehlender finanzieller Mittel verwehrt bleibt, sofern sie keine Alternativen finden. Wir zeigen auf, welche Optionen bestehen, wenn das BAföG nicht ausreicht oder nicht bewilligt wird.

Schreibender Student mit einem Kugelschreiber
Unsplash.com/Green Chameleon

Nicht alle Studierenden erhalten ausreichende Förderbeträge nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes

Laut Statistischem Bundesamt haben im Jahr 2021 623.000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bezogen. Im Gegensatz zum Vorjahr stellt dies eine Steigerung um 0,4 Prozent dar. Die Mehrheit der Geförderten absolviert ein Studium, der Rest besucht eine Schule. Im Durschnitt erhält jeder BAföG-Bezieher monatlich 562 Euro. Die Höhe hängt vor allem von der Ausbildungsstätte und der Unterbringung ab. Rund 50 Prozent der Geförderten ( = 311 000 Personen) erhielt Vollförderung. Dies bedeutet, dass der maximale Betrag ausbezahlt wird. Liegt das Einkommen der Antragssteller oder deren Eltern über definierten Einkommensgrenzen, dann wird nicht der Maximalbetrag bezahlt. Stattdessen erfolgt abhängig von der Einkommenshöhe die Teilförderung. Doch nicht alle Studierenden erhalten BAföG. Die Förderquote betrug in den letzten Jahren rund 10 bis 20 Prozent.

 

Wie das Deutsche Studentenwerk im Jahr 2022 ausführt, ist die im Zuge des am 21. Juli 2022 in Kraft getretenen das 27. BAföG-Änderungsgesetz erfolgte Anhebung der Förderbeträge um 5,5 Prozent nicht ausreichend, um die Inflation auszugleichen. Das Deutsche Studentenwerk fordert, eine Erhöhung um 10 Prozent sei erforderlich, damit die Studierenden über genügend Kaufkraft zur Bewältigung ihres Lebensunterhaltes verfügen. Für viele Studierende ist es aufgrund abgelehnter Anträge oder eines zu geringen Förderbetrags notwendig, Alternativen in Erwägung zu ziehen.

Ein Studentenjob als Alternative

Die naheliegendste Alternative zum BAföG ist die eigene berufliche Tätigkeit. Entweder in den Semesterferien, am Wochenende oder teilweise auch während der Woche bieten sich Gelegenheiten, Geld zu verdienen. Allerdings ist zur vollständigen Finanzierung des eigenen Lebensunterhaltes genügend Zeit erforderlich. Werden einfache Hilfstätigkeiten ausgeübt, dann sind die Stundenlöhne so niedrig, dass eine Vollzeitbeschäftigung erforderlich wäre, um die Miete und alle weiteren Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Das Studium würde zur Nebentätigkeit werden, was nicht immer mit den Vorgaben der Universitäten vereinbar ist und zur Verlängerung der Studienzeit oder zur Verschlechterung der Leistungen führt. Eine Alternative ist das Fernstudium, bei welchem die Studierenden mehr Freiheiten besitzen und sich ihre Zeit frei einteilen können. Bei einem Präsenzstudium führt die parallele berufliche Tätigkeit bei den meisten Studierenden zur Verbesserung der finanziellen Lage, jedoch nicht zur vollständigen Finanzierung des Lebensunterhaltes. Zu berücksichtigen ist, dass eigenes Einkommen auf das BAföG angerechnet wird und somit sich die Vollförderung in eine Teilförderung verwandelt beziehungsweise sich die Teilförderung weiter reduziert.

Der private Bildungskredit als Alternative

Nicht nur der Staat sondern auch privatwirtschaftliche Anbieter vergeben Kredite an Studierende. BAföG ist kein Geschenk des Staates, sondern besteht aus Förderung und Kredit. Nach Beendigung ihres Studiums zahlen die Geförderten den Kredit in Raten oder in einem Betrag zurück. Da es sich beim BAföG um einen Kredit handelt, bietet sich die Suche nach einem alternativen Kredit an, sollte der BAföG-Antrag nicht bewilligt werden. Private Bildungskredite werden von Banken vergeben und richten sich an Studierende. Die Zinsen sind zumeist niedrig, die Rückzahlung erfolgt nach Beendigung des Studiums beziehungsweise nach einem festgelegten Zeitraum. Der Studienkredit kann auch als vorübergehende Unterstützung während des Studium beziehungsweise in einer Übergangsphase genutzt werden. Nicht die gesamte Studiendauer muss per Kredit finanziert werden, sofern absehbar ist, dass in Zukunft die finanzielle Lage gesichert sein wird. Die Höhe des Studienkredits wird so gewählt, dass die Lebenshaltungskosten gedeckt sind.

 

Um einen Bildungskredit privater Banken zu erhalten, benötigen die Antragssteller einen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung, sodass sie nachweisen, für das Studium qualifiziert zu sein. Die Antragssteller dürfen nicht jünger als 18 Jahre und nicht älter als 36 Jahre sein. Einige Banken fordern, dass die Studierenden bei ihnen ein Girokonto haben. Der Abschluss einer Lebensversicherung zur Absicherung des Todesfallrisikos kann ebenfalls als Forderung von der Bank gestellt werden.

Der Bildungskredit der KfW

Die KfW vergibt Bildungskredite an Studierende, bei denen die Voraussetzungen zum Bezug von BAföG nicht erfüllt sind. Die Auszahlung erfolgt monatlich. Pro Monat erhalten die Studierenden zwischen 100 Euro und 300 Euro. Sie zahlen den Kredit über einen Zeitraum von 25 Jahren unter Aufschlag eines niedrigen Zinssatzes zurück. Unter den Voraussetzungen einer monatlichen Rückzahlungshöhe von 300 Euro, einer Auszahlungsperiode von 24 Monaten und eines stabilen Sollzinssatzes während der gesamten Dauer beträgt der effektive Jahreszins 2,8 Prozent (Stand Dezember 2022). Für die Kreditvergabe sind bei der KfW keine Sicherheiten erforderlich. Die eigene Einkommenshöhe und das Einkommen der Eltern sind im Gegensatz zu den Regelungen des BAföG nicht relevant für die Entscheidung. Der Bildungskredit der KfW kann mit dem BAföG und dem KfW Studienkredit kombiniert werden. Die Förderung richtet sich an Personen, die sich in der Schlussphase ihrer Ausbildung befinden, ein Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudiums absolvieren oder ein Praktikum leisten. Die Förderung erfolgt über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren. Die Auszahlung in einer Summe ist nicht möglich, es werden monatliche Raten gezahlt. Zusätzlich können die Studierenden beziehungsweise die Auszubildenden oder Praktikanten bis zu 3.600 Euro als Einmalzahlung für die Anschaffung von Arbeitsmaterialien oder anderen einmaligen Kosten beantragen. Die Höchstgrenze für den gesamten Kredit liegt bei 7.200 Euro. Wird eine Einmalzahlung geleistet, so wird dieser Betrag von der Höchstgrenze subtrahiert.

Der KfW-Studienkredit

Die KfW-Bank bietet alternativ zum Bildungskredit den Studienkredit an. Zielgruppe sind Studierende jedes Studienfaches. Die Förderung erfolgt über die gesamte Studiendauer. Es bestehen somit weniger Eingrenzungen als beim Bildungskredit, der sich speziell für Studierende in der Schlussphase oder Studierende von Zusatzstudiengängen eignet. Für den Studienkredit ist es unerheblich, ob die Kreditnehmer in Vollzeit oder in Teilzeit studieren. Das berufsbegleitende Studium und das Fernstudium werden ebenfalls gefördert. Während Auslandssemestern erfolgt die Förderung weiter, wenn die Studierenden in Deutschland immatrikuliert sind. Nur Studierende von Hochschule, die ihren Sitz in Deutschland haben, erhalten den Studienkredit. Studierende an Berufsakademien erhalten keine Förderung. Bei Finanzierungsbeginn dürfen die Antragssteller nicht älter als 44 Jahre sein.

 

Die Studierenden wählen eine monatliche Ratenhöhe zwischen 100 und 650 Euro aus. Handelt es sich um ein Erststudium oder ein Zweitstudium, dann erfolgt die Förderung über einen Zeitraum von bis zu 14 Semestern. Insgesamt darf die Fördersumme einen Betrag in Höhe von 54.600 Euro nicht überschreiten. Bei einem postgradualen Studium oder einer Promotion ist die maximale Förderdauer auf sechs Semester begrenzt. Insgesamt ist hierbei eine Förderung von bis zu 23.400 Euro möglich. Die KfW-Bank bietet den Studierenden hinsichtlich der monatlichen Förderhöhe Flexibilität. Bis zum 15. eines Monats entscheiden die Kreditnehmer, ob sie die Auszahlungshöhe anpassen möchten. Eine Ausnahme stellt das erste Fördersemester dar. Während des ersten Semesters ist keine Anpassung der Zahlungshöhe möglich. Sicherheiten sind für die Kreditvergabe nicht erforderlich. Die Rückzahlung erfolgt nach Ende des Studiums zu einem Standard-Tilgungsplan oder zu einem individuell angepassten Tilgungsplan.

 

Fazit: Die Alternativen zum BAföG sind Bildungskredite und Studienkredit durch die KfW Bank sowie durch privatwirtschaftliche Banken.

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Kommentare: 12
  • #1

    ubaTaeCJ (Samstag, 03 Juni 2023 20:35)

    1

  • #2

    ubaTaeCJ (Samstag, 03 Juni 2023 20:39)

    1

  • #3

    yZiMmror (Samstag, 03 Juni 2023 20:40)

    1

  • #4

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:03)

    1

  • #5

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023)

    1

  • #6

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:07)

    1

  • #7

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:08)

    if(now()=sysdate(),sleep(15),0)

  • #8

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:08)

    -1)) OR 631=(SELECT 631 FROM PG_SLEEP(15))--

  • #9

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:09)

    1

  • #10

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:09)

    1

  • #11

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 11:10)

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  • #12

    ubaTaeCJ (Donnerstag, 13 Juli 2023 13:49)

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