Studium in der Pflege - Job- und Einstiegsmöglichkeiten

Die wenigsten wissen ganz genau, was sie später beruflich machen möchten. Oft wollen kleine Kinder Tierarzt, Feuerwehrmann oder Pilot werden. Doch nähert sich erst einmal der Schulabschluss, ist die Entscheidung, welche berufliche Laufbahn man einschlagen möchte, gar nicht mehr so einfach. Dem steuern Schulen mit Zukunftstagen, Schülerpraktika oder einem Besuch beim Berufsinformationszentrum entgegen. Es heißt, dass man sich mit dem Abitur alle Möglichkeiten offenhält. Natürlich kann man mit einem allgemeinen Hochschulabschluss eine Ausbildung machen oder studieren. Aber dies ist nicht der einzige Weg, um ein Studium anzustreben, auch andere Wege führen einen ans Ziel. Ganz konkret soll dies am Beispiel der Studienmöglichkeiten in der Pflege betrachtet werden.

Studium in der Pflege möglich?

Eine anerkannte Ausbildung ist in der Regel Pflicht

Um ohne (Fach-)Abitur studieren zu können, benötigt man eine vergleichbare Hochschulzugangsberechtigung sowie eine anerkannte Ausbildung. In der Pflege wäre das beispielsweise die Ausbildung zur Pflegefachfrau. Seit 2020 genießen Altenpfleger, Krankenpfleger sowie Kinderkrankenpfleger eine anfänglich einheitliche Ausbildung - die generalistische Pflegeausbildung. Damit sind die Auszubildenden später richtige Allrounder, die in allen Sparten eingesetzt werden können. Mit dem Wissen, welches sie während der Ausbildung erlernen, legen sie den idealen Grundstein fürs spätere Studium. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Während dieser Zeit erhält man nicht nur eine kostenfreie Ausbildung, sondern auch eine Ausbildungsvergütung. Nach der Ausbildung darf man sich zu den dringend benötigten und händeringend gesuchten Pflegefachkräften zählen. 

Diese Studiengänge werden oft nachgefragt

Zu den beliebtesten Studiengängen in der Pflege zählen das Pflegemanagement, die Pflegepädagogik sowie die Pflegewissenschaft. Da Pflegekräfte in allen Ebenen fehlen, sind Hochschulen überwiegend dazu übergegangen Lernwillige auch ohne Abitur zum Studium zuzulassen. Je nach Universität und Studiengang lohnt es sich zu prüfen, ob man die Möglichkeit hat, auch ohne Fachhochschulabschluss das Studium anzutreten. Wie bereits beschrieben, wird ein gleichwertiger Schulabschluss sowie praktische Erfahrung im pflegerischen Bereich meist anerkannt. Hier haben sich die Bewerber nicht durch ihre schulischen, sondern durch ihre beruflichen Leistungen qualifiziert. In der Regel ist es Voraussetzung, dass nicht nur eine Ausbildung in einem Pflegeberuf absolviert worden ist, sondern anschließend noch drei Jahre Berufserfahrung in Vollzeit gesammelt werden konnte. Nicht nur Arbeitskräfte mit generalistischer Pflegeausbildung erfüllen diese Voraussetzungen. Auch für Hebammen, Physiotherapeuten oder Palliativpfleger stehen die Chancen gut.

Kann man auch ohne Pflegeausbildung studieren?

Tatsächlich gibt es Möglichkeiten, auch ohne eine anerkannte Ausbildung in einem Pflegeberuf ein Studium anzutreten. Hierzu zählt die Option, sich mit einer Aufstiegsfortbildung für einen Studienplatz zu qualifizieren. Wer sich Meister, Betriebswirt oder Fachwirt nennen darf, hat oft mit diesem Titel die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erworben.

 

In Bremen beispielsweise kann man aber auch komplett ohne Ausbildung sein Studium beginnen. Hier wird allerdings vorausgesetzt, dass man fünf Jahre oder mehr in der Pflegebranche gearbeitet hat und somit eine Menge Berufserfahrung sammeln konnte. Zusätzlich wird hier eine Eignungsprüfung abverlangt. 

Studium Pflegemanagement

Um beispielsweise einen Pflegedienst oder ein Pflegeheim leiten zu können, sind nicht nur pflegerische Kenntnisse notwendig. Darüber hinaus sollte man auch in Betriebswissenschaften fit sein und sich mit Personalführung auskennen. All diese Fähigkeiten bekommt man im Studium im Pflegemanagement vermittelt. Während des Bachelors erhält man Einblicke in Qualitätsmanagement, Pflegerecht, Pflegeethik, Personalführung und -entwicklung, Gesundheitsökonomie und vieles mehr. Oft spezialisiert man sich schon währen des Bachelors auf die Stationäre Krankenversorgung, Ambulante Dienste, Angewandte Gerontologie, Angewandte Pflegewissenschaften oder Sucht. Nach dem Bachelor hat man die Möglichkeit, sein Wissen im Masterstudiengang noch weiter zu vertiefen. Besonders in den Teilen BWL, Organisationslehre, Pflegewissenschaften und Personalwissenschaften wird noch einmal ins Detail gegangen. Als Pflegedienstleiter erhält man in Deutschland durchschnittlich um die 4.500 Euro brutto. 

Lernen wie man lehrt

Ein wichtiger Punkt, um dem Fachkräftemangel in der Pflegebranche entgegenzuwirken, ist die Ausbildung von neuen Pflegefachkräften. Für diesen Job qualifiziert man sich, in dem man ein Pflegepädagogikstudium absolviert. Später kann man sich so über ein Gehalt von ca. 5.400 Euro brutto pro Monat freuen. Während des Bachelorstudiums lernt man in den Bereichen Gesundheitsförderung, Didaktische Methoden und Modelle, Erwachsenenbildung, Gesundheitsrecht, Krankheitsverläufe, Unterrichtsgestaltung und vielen mehr. Auch im Masterstudiengang bekommt man Einblicke in pflegerelevante Themen. Zudem bekommt man ebenfalls didaktische und bildungswissenschaftliche Inhalte vermittelt. Neben dem pflegerischen Fachwissen steht also hier auch auf dem Stundenplan Wissen darüber zu erwerben, wie man Fachwissen weitergibt. 

Pflegewissenschaften in Abgrenzung zum Pflegemanagement

In den Studieninhalten ähneln sich Pflegewissenschaften und Pflegemanagement sehr. Während beim Pflegemanagement der Schwerpunkt eher auf dem Betriebswirtschaftlichen liegt, orientieren sich die Pflegewissenschaften eher an den Sozialwissenschaften. Es gibt auch Studiengänge, die beide Bereiche gleichwertig vermitteln. Daher sollte man sich über das Studienangebot und die Studieninhalte an den Universitäten immer ganz genau informieren. Auch in Sachen Verdienst stehen Pflegewissenschaftler den Pflegemanagern laut Bundesagentur für Arbeit in nichts nach. Als Pflegewissenschaftler kann man beispielsweise auch als Einsatzleitung im Rettungsdienst, Pflegedienstleiter oder Leiter im Operationsdienst tätig sein. Auch in den Pflegewissenschaften kann man nach dem Bachelor noch seinen Masterabschluss machen. 

Viele Möglichkeiten, – welche ist die Richtige?

Ein richtig oder falsch gibt es in diesem Fall nicht. Wie beschrieben, führen viele Wege nach Rom. Nur weil man sein Abitur nicht gemacht hat, sagt dies nichts über die herausragende Leistung aus, die man eventuell in einem Pflegeberuf erbringen kann. Ob einem die Vermittlung von Fachwissen an andere besser liegt, als Personalführung zu übernehmen, sollte man ebenso selbst ganz nach den eigenen Fähigkeiten und Interessensgebieten entscheiden. Pflegefachkräfte werden in jeder Sparte der Branche gesucht und gebraucht. Merkt man also ohne Abitur, aber nach einigen Jahren Berufserfahrung in der Pflege, dass man sein Wissen gerne vertiefen möchte, sollte man sich ruhig an eine Universität wagen, um seine Optionen zu prüfen. Nach dem Studium hat man zudem die Möglichkeit, einen großen Gehaltssprung mitzunehmen. Der Einsatz wird so oder so immer belohnt.

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